Hundegesundheit

Schweinegrippe – ansteckend oder ungefährlich für Haustiere?

angela 17. November 2009

Die Frage, ob die sogenannte Schweinegrippe auch auf unsere Haustiere übertragbar ist, beschäftigt derzeit viele Tierfreunde. Allerdings ist die Bezeichnung Schweinegrippe sehr irreführend. Denn bei dem Virus H1N1, das laut Informationen des Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit nur von Mensch zu Mensch übertragen wird, handelt es sich im Gegensatz zur Vogelgrippe um eine Humaninfektion. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht daher auch von der „Nordamerikanischen Grippe“.

Das Virus wurde bisher weder bei Schweinen noch bei Haustieren nachgewiesen. Deshalb seien besondere Vorsichtsmaßnahmen für Hunde und Katzen derzeit nicht nötig. Aus diesen Gründen sei auch nicht zu befürchten, dass Haustiere den Menschen anstecken könnten. Die momentane Entwarnung bedeutet allerdings nicht, dass sich die Sachlage nicht ändern könnte. Denn wie sich die Situation weiter entwickelt, kann niemand sagen. Grundsätzlich kann jedes Virus mutieren und damit gefährlich werden.

Weitere interessante Links:
Friedrich-Löffler-Institut
Bundesinstitut für Risikobewertung
Bundesministerium für Gesundheit
Robert-Koch-Institut

Quelle: Tasso e.V.

Hundephysiotherapie

angela 16. November 2009

Diese in Deutschland noch recht junge Therapiemöglichkeit ist in Ländern wie den USA, Großbritannien oder den Niederlanden schon lange etabliert und aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auch nicht mehr wegzudenken. Genau wie die menschliche Krankengymnastik wird die Hundephysiotherapie zum einen zur Vorbeugung (Prävention), vor allem aber auch zur Rehabilitation und zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Physiotherapie ist eine ganzheitliche Therapie, deren Ziel die Wiederherstellung, Verbesserung oder Erhaltung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des gesamten Organismus ist.

Wann ist Physiotherapie sinnvoll?

- bei Lahmheiten und Gangauffälligkeiten aufgrund von Gelenkproblemen (z.B. Fehlstellungen, Arthrosen)
- bei Beschwerden der Skelettmuskulatur (z.B. Zerrungen, Muskelschwäche oder -atrophie)
- bei neurologischen Problemen (z.B. Bandscheibenerkrankungen – “Dackellähme”)
- zur Schmerztherapie
- zur Rehabilitation nach Operationen, Unfällen und Verletzungen
- zur Verbesserung der Beweglichkeit und der Bewegungsfreude bei älteren Tieren
- zur Unterstützung bei der Gewichtsabnahme
- zur gezielten Leistungsverbesserung von z.B. Sport- und Diensthunden

Der Hundephysiotherapeut kann keinen Tierarzt ersetzen, aber durch eine gezielte Zusammenarbeit kann bei vielen Beschwerden bzw. Erkrankungen des Bewegungsapparates schneller und effektiver geholfen werden.

Wie bei einem Tierarztbesuch auch, wird beim ersten Termin mit einem Hundephysiotherapeuten eine möglichst ausführliche Krankengeschichte (Anamnese) erhoben. Tierärztliche Diagnose, persönlichen Daten und Lebensumstände des Tieres, seine Vorerkrankungen und bisherigen Medikamentengaben sind dabei ebenso wichtig wie eine genaue Beschreibung von Verhaltensveränderungen und Beschwerden des Hundes. Auch eine gründliche körperliche Untersuchung und die Beurteilung des Patienten in Ruhe und Bewegung fließen in den Befund mit ein. Anhand dieses Befundes erstellt der Physiotherapeut einen individuellen Therapieplan.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Einige Beispiele:

1) Massage

Durch die therapeutische Massage werden Verklebungen von Muskulatur und Bindegewebe gelöst und die Durchblutung gesteigert. Dabei werden Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen gelöst und Schmerzen gelindert. Zusätzlich kommt es insgesamt zur psychischen und körperlichen Entspannung. Eine Sonderform ist die Lymphdrainage, die z.B. bei Ödemen angewandt wird.

2) Passive Krankengymnastik (= der Hund wird bewegt)

Hierzu zählen das kontrollierte und gezielte Durchbewegen der Gliedmaßen und Dehnungsübungen mit dem Ziel die Beweglichkeit wiederzuerlangen bzw. zu erhalten und Schmerzen zu lindern.Muskeldehnungen vor einer Trainingseinheit oder einem Wettkampf helfen ferner das Verletzungsrisiko zu mindern.

3) Aktive Krankengymnastik (= der Hund muß sich selbst bewegen)

Aktive Bewegungsübungen fördern Muskelaufbau, Gleichgewicht, Koordination, Reaktion und Motorik. Hierzu gibt es eine Vielzahl von Übungen, die je nach Krankheitsbild eingesetzt werden, z.B. Cavalettiarbeit, Slalomstangen, Trampolin, Schaukelbrett, Laufbänder.

4) Unterwasserlaufband

Der Auftrieb des Wasser vermindert das Eigengewicht des Hundes, zugleich macht der Wasserwiderstand beim Laufen das Training deutlich effektiver als an Land. Somit findet das Unterwasserlaufband seinen Einsatz zum gelenkschonenden Muskelaufbautraining (Reha, Leistungshunde) und zur Bewegungs- und Gangschulung.

5) Thermotherapie

Hier kommen Wärme (z.B. Rotlicht, Mohrpackungen, heiße Körnerkissen) oder Kälte (z.B. Kühlkompressen) zur Anwendung

6)Magnetfeld und Lasertherapie

Durch magnetische Felder bzw. Laserstrahlen werden Stoffwechsel und Durchblutung im betroffenen Gebiet angeregt und dadurch die Heilung verbessert und Schmerzen gelindert.

Cold Tail – Wasserrute

angela 7. Mai 2009

Wasserrute, Hammelschwanz, Cold Tail (kalte Rute), Limber Tail (schlaffe Rute), Cold Water Tail (Kaltes-Wasser-Rute) und Dead Tail (Tote Rute) sind alles Namen für ein Krankheitsgeschehen, das bislang noch nicht abschließend geklärt ist. Besonders in den Sommermonaten tritt diese recht unbekannte und unerforschte Erkrankung auf. Zum Glück verläuft die Heilung aber meist rasch und mit gutem Erfolg.

Krankheitsbild/Symptome:

Optisch auffällig ist vor allem die Schwanzhaltung der Tiere: die Schwanzbasis wird horizontal vom Körper weggestreckt während der Rest der Rute schlaff herunterhängt. Der Rutenansatz ist dabei geschwollen, sehr schmerzhaft und die Hunde leiden sichtbar. Durch die starken Schmerzen haben erkrankte Tiere Mühe sich normal hinzusetzen, zu legen oder ins Auto zu springen. Beim Hinsetzen wird meist der sogenannte Welpensitz eingenommen, d.h. das Becken wird zum Setzen seitlich gekippt, um dem Schwanz auszuweichen.

Die Verunsicherung bei den Tieren ist groß und betroffene Hunde trauen sich oft nicht richtig Kot und Urin abzusetzen. Manche Hunde beknabbern den Bereich der Schwanzwurzel oder kratzen sich dort vermehrt. Das Fell kann um den Schwanzansatz herum gesträubt sein. Schmerz und Unsicherheit können sich sogar auf das Sozialverhalten auswirken und bis zur Aggressivität führen.

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Prädisposition:

An der Wasserrute erkranken in der Regel Hunde, mit denen intensiv gearbeitet wird. Meist trifft es Sport- und Jagdhunderassen wie Labrador, die verschiedenen Retrieverrassen, Setter, Pointer, Foxhounds und Beagle. Prinzipiell kann aber jede Hunderasse betroffen sein. Im Durchschnitt sind erkrankte Tiere 6 Monaten bis 9 Jahren alt – am häufigsten kommt der Cold Tail aber im Alter von 2 Jahren vor. Rüden trifft es häufiger als Hündinnen.

Ursachen:

In den meisten Fällen steht das Auftreten der Erkrankung Wasserrute im Zusammenhang mit harten Belastungen, anstrengenden Jagden oder vorangegangenem Schwimmen in sehr kalten, oder aber auch sehr warmem Wasser. Auch der Trainingszustand der Hunde scheint entscheidend zu sein, denn untrainierte Hunde erkranken weitaus häufiger und schneller. In Einzelfällen war der Auslöser der Erkrankung auch nur ein langer Aufenthalt in der Transportbox sowie ganz einfach ein nasses Fell bei kaltem Wetter.

Auch eine zu hoch angesetzte Rute und die Aktivität der Rute selbst, also Wedelintensität und -ausprägung, scheinen einen großen Anteil am Problem zu haben. Man weiß leider noch nicht sehr viel über die Gründe der Erkrankung, aber im Laufe der Jahre wurden einige Theorien, was sich aus medizinischer Sicht in der betroffenen Körperregion abspielt, aufgestellt:

- es handelt sich um eine Stauchung der Schwanzwirbelgelenke

- durch die starke Belastung bzw. Überbeanspruchung kommt es zu einer Entzündung zwischen den Wirbeln

- die Muskulatur im Rutenbereich wird vorübergehend zu schlecht durchblutet

- es entstehen in diesem Bereich Muskelschäden

- Auf Grund wissenschaftlicher Studien werden die beiden letztgenannten Erklärungen für am wahrscheinlichsten gehalten.

Quelle: Canosan – Boehringer Ingelheim Vetmedica